1. Fachtagung " Pfiffikus durch Bewegungsfluss"

Am 09.03.2006 fand an der Universität Potsdam eine Fachtagung zum Projektabschluss "Pfiffikus durch Bewegungsfluss" statt. Mit mehr als 300 Teilnehmern, die nicht nur aus Brandenburg, sondern auch aus Frankfurt/Main, Mecklenburg Vorpommern, Sachsen und Sachsenanhalt anreisten, war die Tagung ausgebucht. Neben Vorträgen zum Projekt, wissenschaftlichen Hintergründen und zur Fortbildungsreihe, wurden den Teilnehmern in Workshops noch praktische Anregungen für den Alltag vermittelt.

2. Fachtagung im September 2006

Augrund der großen Resonanz der 1. Fachtagung fand nun am 21.09.2006 die Folgeveranstaltung zum Projekt "Pfiffikus durch Bewegungsfluss" statt.

Auch die zweite Auflage der Veranstaltung wurde durch zahlreiche Erzieher/Innen gut besucht. Eine Umfrage unter den Tagungsteilnehmern zeigte eine hohe Zufriedenheit sowohl in Inhalt als auch Organisation der Fachtagung.

Fachtagungsflyer

Pressemitteilung zur 1. Fachtagung


Spaß an Bewegung

Donnerstag 9. März 2006, 14:04 Uhr

Potsdam (ddp-lbg). Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper: Dieser Jahrtausende alte Leitsatz bricht sich jetzt auch in Brandenburg Bahn. In vier Potsdamer Kindergärten lief von 2002 bis 2005 das Landesmodellprojekt «Pfiffikus durch Bewegungsfluss». Am Donnerstag wurden in Potsdam 300 Kita-Erzieherinnen über die «Pfiffikus»-Resultate informiert. Der Tenor der Veranstaltung war, dass Kindertagesstätten in Brandenburg künftig die kindliche Entwicklung auch durch Bewegung fördern sollen.

«Bewegung macht schlau»,

befand Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD). Viele Kinder in der Mark hätten motorische und kognitive Probleme und seien dazu übergewichtig. Der Minister und Frank Bittmann vom Institut für Sportmedizin und Prävention der Universität Potsdam wiesen in diesem Zusammenhang auf die Grundschuluntersuchung IGLU hin. Diese habe erbracht, dass ein Zusammenhang zwischen körperlichem und geistigem Zustand bestehe. Früh entstandene Defizite bei der motorischen Entwicklung seien irreparabel, erklärte Jürgen Heese von der AOK Brandenburg.

Auf dem Tagungsprogramm stand die Vermittlung von Hintergrundwissen über die Bedeutung von Bewegung für Kinder. Zudem erhielten die Erzieherinnen praktische Anregungen, wie Bewegung in den Kita-Alltag integriert werden kann. «Pfiffikus durch Bewegungsfluss» verfolgte laut Bittmann das Ziel, die kindliche Entwicklung möglichst früh durch richtige Bewegungsreize zu fördern. Durch spezielle Koordinationsübungen wurden dabei die körperliche und die geistige Entwicklung der Kinder unterstützt und so ihre Gesundheit gestärkt.

Das Konzept dafür entwickelte das Institut für Sportmedizin in Kooperation mit der AOK Brandenburg, dem Bildungsministerium und dem Kita-Träger Internationaler Bund (IB). Durch das Projekt entstanden neue Materialien, etwa ein Karteikartensatz mit konkreten Übungsanregungen. Der Verein für Gesundheitsförderung bietet auf Basis der Projektergebnisse Fortbildungen und Beratungsangebote für Einrichtungen und Eltern an. Rupprecht erwartete, dass sich auch Väter und Mütter, die eigentlich eher bildungsfernen Schichten angehören, dafür gewinnen lassen.

Bittmann betonte: «Körperübungen in der Vorschulzeit müssen mordsmäßigen Spaß machen». Dafür biete sich am besten die Zirkuspädagogik an. Die Jungen und Mädchen würden dabei beispielsweise lernen, die Balance zu halten und beidhändig zu jonglieren. Beide Hirnhälften würden aktiviert und müssten zusammenarbeiten. Nach Bittmanns Angaben tun sie dies etwa bei lern- und leseschwachen Kindern nicht. Bei der Fortbildung von Erzieherinnen werde die Zirkuspädagogik deshalb eine wichtige Rolle spielen.

Die Motorik bei Vorschulkindern zu stärken, verlangt bei den Erzieherinnen ein Umdenken. Kitas seien keine Kinderverwahranstalten, sagte Bittmann. Silvia Schott vom IB-Vorstand fügte kritisch hinzu, viele Kindergärtnerinnen leiteten die Kinder noch immer nach der Devise an: «Stillsitzen ist brav.» Befürchtet werde, dass ansonsten Unruhe im Raum ausbreche. Dieses Denken sei aber «nicht förderlich».

(ddp)

 

 
 
 
 


© Janine Wolf